wenn jemand jemanden angreift... und afür auf dessen rassischen
oder und kulturellen background zurückgreift, dann... kann das alles
mögliche bedeuten...
an der oberfläche ist das erstmal schlicht rassistisch, aber: ich
glaube, es kann auch sein,dass derjenige schlicht auf das
nächstliegende merkmal und den besten punkt für provokation
zurückgegriffen hat.
im akuten fall - der diesen eintrag verursacht - ist es vermutlich
eher letzteres.
ein schüler - der klassenbeste übrigens - gerät mit einem
mitschüler türkischer herkunft in einen konflikt und erklärt
daraufhin alle türken in der klasse für ungeeignet für das
gymnasium und sie sollten doch in die türkei zurück(!)gehen. der
primär angesprochene türkische schüler wurde daraufhin sehr wütend
und drohte auf den deutschen mitschüler lsozugehen, bekam sich aber
rechtzeitig in den griff (mit hilfe seiner türkischen mitschüler -
die schlichtend eingriffen) und schlug nicht zu.
in der folgenden auseinandersetzung beharrte der deutsche schüler
auf seiner ansicht und tat kund, er stehe dazu, dass er das so sehe.
die türkischen mitschüler fühlten sich entsprechend verletzt.
unmittelbare folgen:
drei mädchen aus der klasse erzählten mir von dem vorfall (der
ausgerechnet in der letzten stunde bei einem referndar stattfand, der
mit der sache offenbar - und verständlicherweise - etwas überfordert
war) - alle drei waren sehr erschüttert und hilflos.
ich versprach, mit dem schüler einen gesprächstermin zu
vereinbaren, tat dies auch sofort. er ging ohne weiteres nachfragen
darauf ein und der termin steht.
der betroffene türkische schüler erzählte mir nach der stunde
auch von dem vorfall und war sichtlich erleichtert, dass ich bereits
schritte in die wege geleitet hatte, und vor allem darüber, dass ich
ihm gegenüber recht klar postition bezogen habe. ich erklärte ihm,
dass auch der "angreifer" gehört werden sollte - und das
eben am besten unter vier augen. er stimmte dem zu und zeigte sich
auch für ein sechsaugengespräch offen. (er ist ein ausgesprochen
angenehmer, sozial sehr kompetenter junger mann - der mir aufgrund
dieser eigenschaften schon früher aufgefallen ist. übrigens...)
was steckt dahiner? aus meiner sicht:
der deutsche schüler wird von zuhause sehr an seinen leistungen
gemessen, ist entsprechend ehrgeizig und auch (zurecht) stolz auf
seine leistungen. er neigt allerdings auch zu ausgeprägter arroganz
und einem gewissen maß an besserwisserei. außerdem spaltet er
mutwillig die klasse (die ohnehin schon probleme hat
zusammenzufinden). seine mutter ist eine resolute aber höfliche und
recht kooperative frau (und klassenelternsprecherin...), sein vater
hingegen ist ... ein arroganter widerling. leider muss ich das so
sagen... er war in der sprechstunde nicht unfreundlich zu mir, aber
höchst unangenehm, einfach als gesprächspartner: er ist sehr von
sich selbst und seinen ansichten eingenommen und vermittelt diese in
kompromissloser, immer leicht aggressiver weise - ohne selbst
angegriffen zu werden. Ich verhalte mich in sprechstunden selten
provokativ - ich mag mein nervenkostüm^^...) kein wunder, dass
der sohn sich ähnlich gebärdet... tja, von nichts kommt nichts...
aber das entschuldig natürlich sein diskriminierendes,
unfreundliches, klassenintern wenig kooperatives und rassistisches
verhalten gegenüber anderen nicht...
was steckt hinter so etwas? ist es einfach purer rassismus?
ich glaube - wie gesagt - nicht: es ist ein mangel an horizont. es
ist "den einfachen weg nehmen", um jemanden anzugreifen, es
ist angst, neid, gedankenlosigkeit. schlicht: dummheit. eine
dummheit, die nichts mit intellekt sondern allein mit sozialer
intelligenz zu tun hat, an der es hier offenbar innerfamiliär
mangelt. wer keinerlei offenheit besitzt, der kann nur an solch einem
punkt angreifen - für alles andere ist er zu beschränkt. (diese
interpertation hat sich nach einem gespräch mit einer klugen
freundin - mit sehr viel offenheit und horizont! - gestern
verfestigt.)
das ganze ist schlicht eines: traurig.
Samstag, 15. Februar 2014
Donnerstag, 30. Mai 2013
sei, wer du bist? - nicht im ernst!... oder?
gedanken zur persönlichkeitserziehung... oder doch zur sozialen (un?)kultur im allgemeinen?
meine mutter sagte heute:
wenn wir genauso sein könnten, wie wir tatsächlich sind, dann wären wir für alle anderen am besten zu ertragen.
warum aber erziehen eltern dann ihre kinder?
damit meine ich weniger solche dinge wie tischmanieren oder alltägliche umgangsformen. gemeint ist das verbiegen der kinder in etwas anderes, weil man sie so, wie sie sind, nur so schwer aushält. weil sie laut und wild, intensiv, aggressiv, leise, in sich gekehrt, launisch, zen, unkommunikativ oder zu kommunikativ sind.
menschlich ist, dass es eigenschaften gibt, die man verdammt schwer aushält an anderen menschen, selbst wenn diese menschen die eigenen kinder sind. gut. so ist das eben. irgendwie ist das auch ok.
ich frage mich nur: jedes kommunikationstraining lehrt ich-botschaften. den kindern kommt man mit du-sollst-anders- oder du-bist-falsch-botschaften bei. enden wir beim therapeuten, versucht der mühsam uns beizubringen, zu sein, wie wir sind, sprich: ursprünglich mal waren (!), und das dann auch noch ok zu finden, nachdem man uns seit kindesbeinen (und weiter in der pubertät, und weiter im erwachsenenleben) ununterbrochen erklärt, wir seien so, wie wir sind, eben gerade nicht ok, denn wir sind ja unpassenderweise ... laut und wild, intensiv, aggressiv, launisch, zu kommunikativ... etc...
was bitte, soll das?
ich denke, meine mutter - die sich übrigens in der tradition der oben genannten verbieger sieht und das inzwischen ausgesprochen kritisch betrachtet - hat recht: wären wir alle, wie wir sind, wir könnten uns alle gegenseitig leichter ertragen.
denn nichts, wirklich nichts - so lehrt schmerzlich die erfahrung - funktioniert weniger zwischen menschen als verstellung, verbiegung, anpassung. klar, an der oberfläche erleichtert das alles das zusammenleben ungemein. aber dummerweise liegt unter der oberfläche eine menge intuition. selbst menschen, die sich wahnsinnig weit von ihrer intuition entfernt haben (i.e. sie konsequent ignorieren), haben antennen. sie werden sich der entsprechenden wahrnehmung zwar meist nicht oder nur sehr selten bewusst, aber sie reagieren trotzdem darauf: irritiert. wenn man glück hat. böse. wenn man pech hat.
fazit?
ein paar vorschläge:
- auch kinder und jugendliche darf man mit respekt vor deren natürlicher persönlichkeit behandeln... was verbogen wird, muss später wieder gerade gebogen werden. und manchmal brechen die dinge dabei...
- sendet ICH-botschaften: nicht: "du nervst!" sondern: "ich bin genervt!" -> folglich ist es auch meine (nicht deine!) verantwortung, der sache abhilfe zu schaffen: z.b. indem ich weggehe...
- warum muss mir im erwachsenenalter mühsam jemand beibringen, meiner natur entsprechend zu denken, zu fühlen, zu handeln, wenn ich das irgendwann in meinem leben mühelos beherrscht habe? ich möchte ja den therapeuten nicht ihren broterweb ruinieren (naja, in diesem punkt eventuell schon ein wenig^^), aber: was für eine energieverschwendung!
könnte man nicht an alle dies denken im umgang mit jenen, die uns an vertraut sind? bitte!
sagt nicht eine beliebte postkartenweisheit etwas über flügel, die wir den kindern geben sollen? einfacher wäre es, sie ihnen ganz einfach nicht zu stutzen. sie kommen nämlich damit auf die welt.
meine mutter sagte heute:
wenn wir genauso sein könnten, wie wir tatsächlich sind, dann wären wir für alle anderen am besten zu ertragen.
warum aber erziehen eltern dann ihre kinder?
damit meine ich weniger solche dinge wie tischmanieren oder alltägliche umgangsformen. gemeint ist das verbiegen der kinder in etwas anderes, weil man sie so, wie sie sind, nur so schwer aushält. weil sie laut und wild, intensiv, aggressiv, leise, in sich gekehrt, launisch, zen, unkommunikativ oder zu kommunikativ sind.
menschlich ist, dass es eigenschaften gibt, die man verdammt schwer aushält an anderen menschen, selbst wenn diese menschen die eigenen kinder sind. gut. so ist das eben. irgendwie ist das auch ok.
ich frage mich nur: jedes kommunikationstraining lehrt ich-botschaften. den kindern kommt man mit du-sollst-anders- oder du-bist-falsch-botschaften bei. enden wir beim therapeuten, versucht der mühsam uns beizubringen, zu sein, wie wir sind, sprich: ursprünglich mal waren (!), und das dann auch noch ok zu finden, nachdem man uns seit kindesbeinen (und weiter in der pubertät, und weiter im erwachsenenleben) ununterbrochen erklärt, wir seien so, wie wir sind, eben gerade nicht ok, denn wir sind ja unpassenderweise ... laut und wild, intensiv, aggressiv, launisch, zu kommunikativ... etc...
was bitte, soll das?
ich denke, meine mutter - die sich übrigens in der tradition der oben genannten verbieger sieht und das inzwischen ausgesprochen kritisch betrachtet - hat recht: wären wir alle, wie wir sind, wir könnten uns alle gegenseitig leichter ertragen.
denn nichts, wirklich nichts - so lehrt schmerzlich die erfahrung - funktioniert weniger zwischen menschen als verstellung, verbiegung, anpassung. klar, an der oberfläche erleichtert das alles das zusammenleben ungemein. aber dummerweise liegt unter der oberfläche eine menge intuition. selbst menschen, die sich wahnsinnig weit von ihrer intuition entfernt haben (i.e. sie konsequent ignorieren), haben antennen. sie werden sich der entsprechenden wahrnehmung zwar meist nicht oder nur sehr selten bewusst, aber sie reagieren trotzdem darauf: irritiert. wenn man glück hat. böse. wenn man pech hat.
fazit?
ein paar vorschläge:
- auch kinder und jugendliche darf man mit respekt vor deren natürlicher persönlichkeit behandeln... was verbogen wird, muss später wieder gerade gebogen werden. und manchmal brechen die dinge dabei...
- sendet ICH-botschaften: nicht: "du nervst!" sondern: "ich bin genervt!" -> folglich ist es auch meine (nicht deine!) verantwortung, der sache abhilfe zu schaffen: z.b. indem ich weggehe...
- warum muss mir im erwachsenenalter mühsam jemand beibringen, meiner natur entsprechend zu denken, zu fühlen, zu handeln, wenn ich das irgendwann in meinem leben mühelos beherrscht habe? ich möchte ja den therapeuten nicht ihren broterweb ruinieren (naja, in diesem punkt eventuell schon ein wenig^^), aber: was für eine energieverschwendung!
könnte man nicht an alle dies denken im umgang mit jenen, die uns an vertraut sind? bitte!
sagt nicht eine beliebte postkartenweisheit etwas über flügel, die wir den kindern geben sollen? einfacher wäre es, sie ihnen ganz einfach nicht zu stutzen. sie kommen nämlich damit auf die welt.
Mittwoch, 2. Mai 2012
arbeits-MORAL
üblicherweise versteht man unter arbeitsmoral wohl eine gewisse haltung gegenüber der beruftlichen tätigkeit - im sinne von engagement und fleiß.
ich möchte den begriff heute ein wenig anders interpretieren...
ich frage mich, ob es in gewissen berufen moralisch vertretbar ist, wenn man - obwohl man ausgebrannt ist - weiter arbeitet. in berufen, in welchen man verantwortung trägt nicht allein für prozesse, beispielsweise in der produktion von gütern, sondern für menschen, sollte überlegt werden, ob es ausreichen kann, wenn man in der lage ist, den rein sachlichen aspekt der arbeit abzuleisten... stunden abzuhalten, termine einzuhalten, formulare ausfüllen und abzugeben, halbwegs pünktlich zu erscheinen, was immer sonst so ein typischer lehrer macht, den lieben langen tag.
ich denke: nein.
in einem beruf wie dem des lehrers geht die verantwortung weit über das hinaus.
wir sind verantwortlich für menschen, die sich in der entwicklung befinden - gut, das tut jeder mensch, zu jeder zeit seines lebens. aber so elementar wie in der jugend? ich denke das nicht. wir behandeln menschen, die sich in der vermutlich sensibelsten phase der persönlichkeitsentwicklung befinden - kindheit und jugend. wir sind verantwortlich dafür, ihnen dann den weg zu weisen, wenn sie ihn aus den augen verlieren, sie auf den weg zurückzuholen, wenn sie mal abseits gestrandet sind. wenn wir das nicht schaffen, so haben wir doch zumindest die verdammte pflicht und schuldigkeit, es versucht zu haben!
unser derzeitiges schulsystem - und vor allem allzu viele pädagogen, die dieses ausfüllen und verkörpern - begünstigen die braven, fleißigen. und zwar auch und gerade dann, wenn sie nicht nur nicht willens , sondern vielmehr außerstande sind, einen eigenständigen gedanken zu fassen. so scheint es mir. jene, die uns nach dem mund reden und sich als ausgezeichnete befehlsempfänger erweisen, die schieben wir mit allen verfügbaren mitteln durch die schule - bis zum höchstmöglichen abschluss. diejenigen aber, die nicht ganz so leicht zu handhaben sind, die vom weg ein bisschen abgekommen sind, oder die, die sich auch einmal wehren, entziehen, flüchten, protestieren, faulenzen, denken, leben, atmen, die lassen wir links liegen, wenn wir sie nicht gerade mit füßen treten, um sie klein zu machen.
kann das der sinn einer höheren schulausbildung und menschenbildung sein?
ich denke, wenn wir als pädagogen auf diese weise faul und nachlässig sind, dann machen wir nicht nur einen schlechten job - wie handeln rücksichts- und verantwortungslos.
wir sind die, die dann noch standhalten müssen, wenn den eltern - verständlicherweise - einmal alles über den kopf wächst, wenn das licht ausgeht, wenn der weg zu steil, zu mühsam, zu wenig lohnend, langweilige, unattraktiv erscheint.
wir sind von beruf klagemauer und taschenlampe.
sind wir das nicht, oder nicht mehr, dann sollten wir gehen.
warum, so frage ich mich, will es das deutsche schulsystem - so beharrlich und unveränderlich - das nicht die besten pädagogen, die freundlichsten und stabilsten menschen die kinder erziehen und behüten, sondern diejenigen, die am fleißigsten auswendig gelernt haben? warum werden wir nach noten und nicht nach eignung eingestellt? was sagt uns das über das volk der dichter und denker?
dass wir wohl im tiefsten innern unsrer seelen weder dichter noch denker, sondern bürokraten, paragraphenreiter und feiglinge sind. zahlen sind ja so verlässlich...
aber seelen sind zerbrechlich. vor allem junge seelen.
sie sollten in die hände mit dem sicheren halt und den samtenen handschuhen gegeben werden. denn nichts ist wertvoller und zerbrechlicher als die zukunft.
moral, arbeits-moral?
im erzieheungswesen hat das noch weniger mit bürokratischer verlässlichkeit zu tun denn anderswo.
im erziehenswesen werden wir ihr dann gerecht, wenn uns die seelen nicht unter den händen springen, anknaksen, beulen und schrunden abbekommen, zerbrechen.
springen, anknaksen, knie aufschlagen, zerbrechen, zusammenkleben, auf die nase fallen, aufstehen lassen: das sind aufgaben des lebens. lehrer aber sollten sich niemals anmaßen, schicksal spielen, das leben ersetzen zu wollen.
wie gesagt: wir sind die klagemauer, die taschenlampe, manchmal das geländer vor dem abgrund oder der alte zerberus... wenn wir das alles sind, dann - und nur dann - haben wir arbeitsMORAL. finde ich.
ich möchte den begriff heute ein wenig anders interpretieren...
ich frage mich, ob es in gewissen berufen moralisch vertretbar ist, wenn man - obwohl man ausgebrannt ist - weiter arbeitet. in berufen, in welchen man verantwortung trägt nicht allein für prozesse, beispielsweise in der produktion von gütern, sondern für menschen, sollte überlegt werden, ob es ausreichen kann, wenn man in der lage ist, den rein sachlichen aspekt der arbeit abzuleisten... stunden abzuhalten, termine einzuhalten, formulare ausfüllen und abzugeben, halbwegs pünktlich zu erscheinen, was immer sonst so ein typischer lehrer macht, den lieben langen tag.
ich denke: nein.
in einem beruf wie dem des lehrers geht die verantwortung weit über das hinaus.
wir sind verantwortlich für menschen, die sich in der entwicklung befinden - gut, das tut jeder mensch, zu jeder zeit seines lebens. aber so elementar wie in der jugend? ich denke das nicht. wir behandeln menschen, die sich in der vermutlich sensibelsten phase der persönlichkeitsentwicklung befinden - kindheit und jugend. wir sind verantwortlich dafür, ihnen dann den weg zu weisen, wenn sie ihn aus den augen verlieren, sie auf den weg zurückzuholen, wenn sie mal abseits gestrandet sind. wenn wir das nicht schaffen, so haben wir doch zumindest die verdammte pflicht und schuldigkeit, es versucht zu haben!
unser derzeitiges schulsystem - und vor allem allzu viele pädagogen, die dieses ausfüllen und verkörpern - begünstigen die braven, fleißigen. und zwar auch und gerade dann, wenn sie nicht nur nicht willens , sondern vielmehr außerstande sind, einen eigenständigen gedanken zu fassen. so scheint es mir. jene, die uns nach dem mund reden und sich als ausgezeichnete befehlsempfänger erweisen, die schieben wir mit allen verfügbaren mitteln durch die schule - bis zum höchstmöglichen abschluss. diejenigen aber, die nicht ganz so leicht zu handhaben sind, die vom weg ein bisschen abgekommen sind, oder die, die sich auch einmal wehren, entziehen, flüchten, protestieren, faulenzen, denken, leben, atmen, die lassen wir links liegen, wenn wir sie nicht gerade mit füßen treten, um sie klein zu machen.
kann das der sinn einer höheren schulausbildung und menschenbildung sein?
ich denke, wenn wir als pädagogen auf diese weise faul und nachlässig sind, dann machen wir nicht nur einen schlechten job - wie handeln rücksichts- und verantwortungslos.
wir sind die, die dann noch standhalten müssen, wenn den eltern - verständlicherweise - einmal alles über den kopf wächst, wenn das licht ausgeht, wenn der weg zu steil, zu mühsam, zu wenig lohnend, langweilige, unattraktiv erscheint.
wir sind von beruf klagemauer und taschenlampe.
sind wir das nicht, oder nicht mehr, dann sollten wir gehen.
warum, so frage ich mich, will es das deutsche schulsystem - so beharrlich und unveränderlich - das nicht die besten pädagogen, die freundlichsten und stabilsten menschen die kinder erziehen und behüten, sondern diejenigen, die am fleißigsten auswendig gelernt haben? warum werden wir nach noten und nicht nach eignung eingestellt? was sagt uns das über das volk der dichter und denker?
dass wir wohl im tiefsten innern unsrer seelen weder dichter noch denker, sondern bürokraten, paragraphenreiter und feiglinge sind. zahlen sind ja so verlässlich...
aber seelen sind zerbrechlich. vor allem junge seelen.
sie sollten in die hände mit dem sicheren halt und den samtenen handschuhen gegeben werden. denn nichts ist wertvoller und zerbrechlicher als die zukunft.
moral, arbeits-moral?
im erzieheungswesen hat das noch weniger mit bürokratischer verlässlichkeit zu tun denn anderswo.
im erziehenswesen werden wir ihr dann gerecht, wenn uns die seelen nicht unter den händen springen, anknaksen, beulen und schrunden abbekommen, zerbrechen.
springen, anknaksen, knie aufschlagen, zerbrechen, zusammenkleben, auf die nase fallen, aufstehen lassen: das sind aufgaben des lebens. lehrer aber sollten sich niemals anmaßen, schicksal spielen, das leben ersetzen zu wollen.
wie gesagt: wir sind die klagemauer, die taschenlampe, manchmal das geländer vor dem abgrund oder der alte zerberus... wenn wir das alles sind, dann - und nur dann - haben wir arbeitsMORAL. finde ich.
Samstag, 17. März 2012
ein zitat
das leben ist ungerecht,
aber denke daran:
nicht immer zu deinen ungunsten.
John F. Kennedy
aber denke daran:
nicht immer zu deinen ungunsten.
John F. Kennedy
Donnerstag, 8. März 2012
gedächtnis
heute hat mich einer meiner schüler gebeten, mir doch für das - unten eingebaute - video eine halbe stunde zeit zu nehmen. das hab ich dann gemacht.
und ich stelle es jetzt hier ein,
1. weil ich das thema wichtig finde.
2. weil ich darüber entsetzt bin, wie mein gedächtnis funktionert, beziehungsweise, wie es eben nicht funktioniert.
vor ein paar jahren habe ich mich ziemlich intensiv und unter aufwendung gewisser psychischer kräfte - mich werfen solche themen nämlich ziemlich aus der bahn, weil mir die fähigkeit und die bereitschaft zur distanz feheln, wenn es um solche themen der unmenschlichkeit geht - mit der katastrophe afrikanischer kindersoldaten beschäftigt. ein buch, gespräche, ein film, der in einer schulkinoaktion gezeigt und viel zu wenig besprochen wurde.
und trotzdem: als der oben erwähnte schüler mich heute fragte, ob ich den namen 'joseph kony' schon mal gehört hätte, klingelte gar nichts.
wie ist das möglich?
ich habe dazu oben theorien angedeutet, die erklären, aber nicht entschuldigen. denn wegschauen war - so menschlich es sein mag - schon immer ein "guter" weg, menschen macht zu überlassen, die diese in schrecklicher weise missbrauchen.
und ich stelle es jetzt hier ein,
1. weil ich das thema wichtig finde.
2. weil ich darüber entsetzt bin, wie mein gedächtnis funktionert, beziehungsweise, wie es eben nicht funktioniert.
vor ein paar jahren habe ich mich ziemlich intensiv und unter aufwendung gewisser psychischer kräfte - mich werfen solche themen nämlich ziemlich aus der bahn, weil mir die fähigkeit und die bereitschaft zur distanz feheln, wenn es um solche themen der unmenschlichkeit geht - mit der katastrophe afrikanischer kindersoldaten beschäftigt. ein buch, gespräche, ein film, der in einer schulkinoaktion gezeigt und viel zu wenig besprochen wurde.
und trotzdem: als der oben erwähnte schüler mich heute fragte, ob ich den namen 'joseph kony' schon mal gehört hätte, klingelte gar nichts.
wie ist das möglich?
ich habe dazu oben theorien angedeutet, die erklären, aber nicht entschuldigen. denn wegschauen war - so menschlich es sein mag - schon immer ein "guter" weg, menschen macht zu überlassen, die diese in schrecklicher weise missbrauchen.
Donnerstag, 16. Februar 2012
bei note 5 lehrer anschreien = note 3?
liebe eltern,
ich verstehe, dass ihr euch sorgen macht um die zukunft eurer kinder.
ABER
1. ein grundvertrauen in die fähigkeiten eurer kinder wäre hilfreich für alle - die kinder, die beteiligten an deren ausbildung, euch selbst.
2. die medien mögen behauptet, das abitur sei lebenselixier und einzige überlebensgarantie. das stimmt nicht. ein selbststbewusstes, fröhliches wesen, das sich selbst gut einschätzen kann und erfahren hat, dass sich aufwand und mühe lohnen, wird es auch ohne abitur schaffen, in unserer welt zu überleben - und zwar gut, sprich zufrieden und glücklich.
3. lehrer mit füßen zu treten führt nicht automatisch zu besseren schulleistung eurer kinder.
grundvoraussetzung für eine echte, also freundliche zusammenarbeit mit der schule im sinne der kinder ist - aus sicht der lehrer:
1. ein höflicher umgangston, auch dann, wenn man kritik üben möchte - was ja nun wirklich nicht selten auch eine berechtigung hat.
2. ein ehrlicher blick auf das eigene kind - jeder mensch hat stärken und schwächen, auch das eigene kind.
3. das bewusstsein, dass man das eigene kind zwar gut kennt, es sich aber in der schule in einer völlig anderen umgebung befindet - und es sehr gut möglich ist, dass es sich dort auch anders verhält als zuhause.
4. kinder lügen: und zwar aus den unertschiedlichsten gründen. manchmal einfach, weil sie sich einen vorteil davon verspreche. oft aber auch, weil sie keinen andern ausweg aus einer situation sehen, der sie nicht gewachsen sind. ein beispiel dafür kann der - bewusst oder unbuwsst - ausgeübte druck der eltern sein. dieser beruht meist auf besorgnis, ist also nicht böse gemeint, ganz im gegenteil. er führt trotzdem nicht selten dazu, dass die kinder daheim genau das erzählen, von dem sie wissen, dass es die eltern hören wollen. dann sind die lehrer schnell einmal an den schlechten noten schuld, weil sie nicht erklären können, nur schimpfen, einen nicht mögen, gemein sind, etc., etc. ... - ich verstehe die kinder in dieser situation dann sehr viel besser, als die eltern. kinder sind oft in zwangssituationen, hin und hergerissen zwischen den erwartungen der besorgen und/oder ehrgeizigen eltern, und der angst, diese nicht erfüllen zu können. elternliebe ist in kinderaugen oft nicht ganz so bedingungslos, wie sie es im grunde ist oder sein sollte.
meine bitte also, liebe eltern:
1. seid ehrlich zu euch und euren kindern. gebt ihnen die chance, das zu sein, was sie sind, und nicht das, was ihr euch wünscht, um eure ängste und sorgen in den griff zu kriegen.
2. behandelt uns lehrer mit etwas mehr freundlichkeit und misstraut uns nicht, bevor ihr nicht mit jeden einzelen von uns eine entsprechend schlechte erfahrung gemacht habt.
ich habe nämlich - eigentlich - keine lust, im laufe der zeit die einzige waffe aufzurüsten, die ich habe, um mich zu wehren, wenn mich jemand als charakterlos und verlogen beschimpft, weil die tochter eine 5 nach hause gebracht hat, anzuwenden, nämlich die, dass ich mir in jeder sekunde meiner eigenen bildung und intelligenz so bewusst bin, dass ihr alle mir als klein, dümmlich und unbedeutend erscheint.
wenn ich aber allzu oft unfairen angriffen ausgesetzt bin, weil euch jeder respekt und jede menschlichkeit im angesichts des lehrers abhanden kommt (aus welchen - mehr oder weniger verständlichen gründen auch immer), dann passiert das irgendwann - denn: ich liebe meinen beruf und ich mag eure kinder. ich möchte auch weiterhin an deren ausbildung beteiligt sein, und wenn das bedeutet, mich euch eltern überlegen zu fühlen und mit einer gewissen arroganz auf euch herabzusehen, weil ich es anders nicht ertrage, dann werde ich das tun.
mir und euern kindern zuliebe.
ob ihr es glaubt oder nicht.
ich verstehe, dass ihr euch sorgen macht um die zukunft eurer kinder.
ABER
1. ein grundvertrauen in die fähigkeiten eurer kinder wäre hilfreich für alle - die kinder, die beteiligten an deren ausbildung, euch selbst.
2. die medien mögen behauptet, das abitur sei lebenselixier und einzige überlebensgarantie. das stimmt nicht. ein selbststbewusstes, fröhliches wesen, das sich selbst gut einschätzen kann und erfahren hat, dass sich aufwand und mühe lohnen, wird es auch ohne abitur schaffen, in unserer welt zu überleben - und zwar gut, sprich zufrieden und glücklich.
3. lehrer mit füßen zu treten führt nicht automatisch zu besseren schulleistung eurer kinder.
grundvoraussetzung für eine echte, also freundliche zusammenarbeit mit der schule im sinne der kinder ist - aus sicht der lehrer:
1. ein höflicher umgangston, auch dann, wenn man kritik üben möchte - was ja nun wirklich nicht selten auch eine berechtigung hat.
2. ein ehrlicher blick auf das eigene kind - jeder mensch hat stärken und schwächen, auch das eigene kind.
3. das bewusstsein, dass man das eigene kind zwar gut kennt, es sich aber in der schule in einer völlig anderen umgebung befindet - und es sehr gut möglich ist, dass es sich dort auch anders verhält als zuhause.
4. kinder lügen: und zwar aus den unertschiedlichsten gründen. manchmal einfach, weil sie sich einen vorteil davon verspreche. oft aber auch, weil sie keinen andern ausweg aus einer situation sehen, der sie nicht gewachsen sind. ein beispiel dafür kann der - bewusst oder unbuwsst - ausgeübte druck der eltern sein. dieser beruht meist auf besorgnis, ist also nicht böse gemeint, ganz im gegenteil. er führt trotzdem nicht selten dazu, dass die kinder daheim genau das erzählen, von dem sie wissen, dass es die eltern hören wollen. dann sind die lehrer schnell einmal an den schlechten noten schuld, weil sie nicht erklären können, nur schimpfen, einen nicht mögen, gemein sind, etc., etc. ... - ich verstehe die kinder in dieser situation dann sehr viel besser, als die eltern. kinder sind oft in zwangssituationen, hin und hergerissen zwischen den erwartungen der besorgen und/oder ehrgeizigen eltern, und der angst, diese nicht erfüllen zu können. elternliebe ist in kinderaugen oft nicht ganz so bedingungslos, wie sie es im grunde ist oder sein sollte.
meine bitte also, liebe eltern:
1. seid ehrlich zu euch und euren kindern. gebt ihnen die chance, das zu sein, was sie sind, und nicht das, was ihr euch wünscht, um eure ängste und sorgen in den griff zu kriegen.
2. behandelt uns lehrer mit etwas mehr freundlichkeit und misstraut uns nicht, bevor ihr nicht mit jeden einzelen von uns eine entsprechend schlechte erfahrung gemacht habt.
ich habe nämlich - eigentlich - keine lust, im laufe der zeit die einzige waffe aufzurüsten, die ich habe, um mich zu wehren, wenn mich jemand als charakterlos und verlogen beschimpft, weil die tochter eine 5 nach hause gebracht hat, anzuwenden, nämlich die, dass ich mir in jeder sekunde meiner eigenen bildung und intelligenz so bewusst bin, dass ihr alle mir als klein, dümmlich und unbedeutend erscheint.
wenn ich aber allzu oft unfairen angriffen ausgesetzt bin, weil euch jeder respekt und jede menschlichkeit im angesichts des lehrers abhanden kommt (aus welchen - mehr oder weniger verständlichen gründen auch immer), dann passiert das irgendwann - denn: ich liebe meinen beruf und ich mag eure kinder. ich möchte auch weiterhin an deren ausbildung beteiligt sein, und wenn das bedeutet, mich euch eltern überlegen zu fühlen und mit einer gewissen arroganz auf euch herabzusehen, weil ich es anders nicht ertrage, dann werde ich das tun.
mir und euern kindern zuliebe.
ob ihr es glaubt oder nicht.
Sonntag, 15. Januar 2012
die anderen und die geduld
gerade liege ich auf dem sofa und (lese und) denke (dann).
da geht mir durch den kopf, dass es ein interessantes phänomen ist - das mit 'den anderen'.
herleitung:
babys haben ja zunächst keine wahrnehmung vom unterschied zwischen 'ich" und 'andere". irgendwann im frühen kindesalter entwickeln sie dann eine 'ich"-wahrnehmung, werden sich also der tatsache bewusst, dass da ein unterschied besteht.
und dann verbringt man seine kindheit in einer recht harmonischen welt: man beurteilt sich und andere ungefähr ähnlich, wobei man - gesunderweise - dem 'ich' ein bisschen freundlicher gegenüber steht als dem 'anderen'. (so in der art: wenn ich den teddy vom anderen will und ihn mir nehme, ist das ok, umgekehrt geht das aber gar nicht! ;-) )
weiterführung:
im laufe des erwachsenwerdens, beginnend in der (allseits beliebten) pubertät, fängt man dann damit an, das 'ich' und das 'andere' mit zweiterlei maß zu messen. meiner ansicht nach gibt es da zwei richtungen:
1. man stellt das 'ich' ins zentrum der welt. alles hat sich - was wünsche, bewertung und entscheidungen angeht - um dieses zu drehen. daraus erwächst dann die tendenz, sich selbst geduldiger und nachsichtiger gegenübers zu stehen als den anderen.
2. man stellt das 'ich' neben die mitte. es dreht sich um die anderen. daraus erwächst dann die tendenz, andere mit nachsicht und egduld zu betrachten - bis zu einem gewissen grade, wenn alles gut geht (in extremen übermaß, wenn ewtas schief geht/gegangen ist) - sich selbst aber mit deutlich strengeren augen zu betrachten.
nicht nur heute auf dem sofa liegend stelle ich fest: im laufe meines lebens - und ich kann mich verhältnismäßig weit zurück erinnern - habe ich mich immer weiter von der mitte entfernt. das bedeutet, dass sich in "meiner" mitte inzwischen eine menge 'anderer" befinden, um die ich mich mit geduld und nachricht drehen kann. mein eigenes 'ich' aber hat strenge regeln zu befolgen. sonst find ich es nicht mehr so ok.
fragen:
1. warum entwickeln wir uns im laufe des lebens weg von einem - meiner ansicht nach - gesunden verhältnis von 'ich' und 'anderen', in dem wir beide gleich fair (oder manchmal unfair) behandeln, mit einem gesunden maß an selbstliebe? (kinder können schließlich auch an andere denken, nachsicht üben, verzichten, um anderen eine freunde machen, etc., sind also keineswegs reine egoisten (im klassichen sinne)!)
2. neigen wir zu extremen? die heutige gesellschaft scheint mir die ich-zentrierung zu propagieren. kommt es daher, dass wir entweder extrem "ego-zentrisch" werden oder - als gegenbewegung - extrem "ego-unzentrisch"?
3. wie kann es sein, dass das egozentrische verhalten zwar gefördert wird (als bespiele möchte ich anführen: förderung extremen konkurrenzdenkens (getarnt als förderung von leistungsbereitschaft... zum beispiel in der schule), förderung von ellenbogenmetalität, die zum erfolg führt, gesellschaftspolitisch: teilweise miserable gehälter in berufen im sozialen (helfenden) bereich, unmoralisch hohe bezahlung für machtpositionen in ploitik und wirtschaft.
andererseits wirkt die erziehung dahingehend, dass kindern beigebracht wird, sich nicht zu wehren (ja, ihr lest richtig: sich nicht zu wehren!), wenn ihnen unrecht geschieht (was zu mehr missbrauch, mehr mobbing und in folge dessen mehr gewalt führt, weil es kein gesundes maß mehr gibt - auf beiden seiten nicht). darüber hinaus wird - in der öffentlichkeit - sozial orientiertes verhalten positiv bewertet, aber gleichzeitig abgewertet, indem es als im grunde unvernünftig dargestellt wird. (im sinne von: "das ist ja schon nett, aber das bringt dir doch nichts, wenn du dich für andere einsetzt. damit verdient man nichts. du wirst nur ausgenutzt. etc...).
fazit (in fragen):
was ist los?
ist das normale entwicklung oder ist es erziehung?
ist das wirklich gut so?
was lassen wir da mit uns machen?
lassen wir das mit uns machen?
warum tun wir das den kindern an?
was kann man dagegen tun?
will man etwas dagegen tun?
in der erziehung...
in der schule...
im umgang mit anderen...
und im umgang mit sich selbst...
zusatz:
die aussage finde ich wahr und traurig und sehe sie in einem gewissen zusammenhang mit dem oben überlegten... und komme zu dem schluss, dass es vielleicht gut wäre, wir würden wieder öfter unter unsere betten gucken... oder?
da geht mir durch den kopf, dass es ein interessantes phänomen ist - das mit 'den anderen'.
herleitung:
babys haben ja zunächst keine wahrnehmung vom unterschied zwischen 'ich" und 'andere". irgendwann im frühen kindesalter entwickeln sie dann eine 'ich"-wahrnehmung, werden sich also der tatsache bewusst, dass da ein unterschied besteht.
und dann verbringt man seine kindheit in einer recht harmonischen welt: man beurteilt sich und andere ungefähr ähnlich, wobei man - gesunderweise - dem 'ich' ein bisschen freundlicher gegenüber steht als dem 'anderen'. (so in der art: wenn ich den teddy vom anderen will und ihn mir nehme, ist das ok, umgekehrt geht das aber gar nicht! ;-) )
weiterführung:
im laufe des erwachsenwerdens, beginnend in der (allseits beliebten) pubertät, fängt man dann damit an, das 'ich' und das 'andere' mit zweiterlei maß zu messen. meiner ansicht nach gibt es da zwei richtungen:
1. man stellt das 'ich' ins zentrum der welt. alles hat sich - was wünsche, bewertung und entscheidungen angeht - um dieses zu drehen. daraus erwächst dann die tendenz, sich selbst geduldiger und nachsichtiger gegenübers zu stehen als den anderen.
2. man stellt das 'ich' neben die mitte. es dreht sich um die anderen. daraus erwächst dann die tendenz, andere mit nachsicht und egduld zu betrachten - bis zu einem gewissen grade, wenn alles gut geht (in extremen übermaß, wenn ewtas schief geht/gegangen ist) - sich selbst aber mit deutlich strengeren augen zu betrachten.
nicht nur heute auf dem sofa liegend stelle ich fest: im laufe meines lebens - und ich kann mich verhältnismäßig weit zurück erinnern - habe ich mich immer weiter von der mitte entfernt. das bedeutet, dass sich in "meiner" mitte inzwischen eine menge 'anderer" befinden, um die ich mich mit geduld und nachricht drehen kann. mein eigenes 'ich' aber hat strenge regeln zu befolgen. sonst find ich es nicht mehr so ok.
fragen:
1. warum entwickeln wir uns im laufe des lebens weg von einem - meiner ansicht nach - gesunden verhältnis von 'ich' und 'anderen', in dem wir beide gleich fair (oder manchmal unfair) behandeln, mit einem gesunden maß an selbstliebe? (kinder können schließlich auch an andere denken, nachsicht üben, verzichten, um anderen eine freunde machen, etc., sind also keineswegs reine egoisten (im klassichen sinne)!)
2. neigen wir zu extremen? die heutige gesellschaft scheint mir die ich-zentrierung zu propagieren. kommt es daher, dass wir entweder extrem "ego-zentrisch" werden oder - als gegenbewegung - extrem "ego-unzentrisch"?
3. wie kann es sein, dass das egozentrische verhalten zwar gefördert wird (als bespiele möchte ich anführen: förderung extremen konkurrenzdenkens (getarnt als förderung von leistungsbereitschaft... zum beispiel in der schule), förderung von ellenbogenmetalität, die zum erfolg führt, gesellschaftspolitisch: teilweise miserable gehälter in berufen im sozialen (helfenden) bereich, unmoralisch hohe bezahlung für machtpositionen in ploitik und wirtschaft.
andererseits wirkt die erziehung dahingehend, dass kindern beigebracht wird, sich nicht zu wehren (ja, ihr lest richtig: sich nicht zu wehren!), wenn ihnen unrecht geschieht (was zu mehr missbrauch, mehr mobbing und in folge dessen mehr gewalt führt, weil es kein gesundes maß mehr gibt - auf beiden seiten nicht). darüber hinaus wird - in der öffentlichkeit - sozial orientiertes verhalten positiv bewertet, aber gleichzeitig abgewertet, indem es als im grunde unvernünftig dargestellt wird. (im sinne von: "das ist ja schon nett, aber das bringt dir doch nichts, wenn du dich für andere einsetzt. damit verdient man nichts. du wirst nur ausgenutzt. etc...).
fazit (in fragen):
was ist los?
ist das normale entwicklung oder ist es erziehung?
ist das wirklich gut so?
was lassen wir da mit uns machen?
lassen wir das mit uns machen?
warum tun wir das den kindern an?
was kann man dagegen tun?
will man etwas dagegen tun?
in der erziehung...
in der schule...
im umgang mit anderen...
und im umgang mit sich selbst...
zusatz:
die aussage finde ich wahr und traurig und sehe sie in einem gewissen zusammenhang mit dem oben überlegten... und komme zu dem schluss, dass es vielleicht gut wäre, wir würden wieder öfter unter unsere betten gucken... oder?
Freitag, 11. November 2011
geschlechterrollenkonflikttriggeritis?
dass das geschlecht - das eigene und das des gegenüber - wahrnehmung, verhalten, reaktion beeinflussen scheint unbestritten. interessant finde ich immer wieder, wie unterschiedlich die eben diese reaktionen aufgrund völlig unterschiedlicher selbst- und fremdwahrnehmung ist.
so sprach ich heute aufgrund eines konfliktfalles in der arbeit mit einer kollegin, die sich - auch meiner ansicht nach keineswegs zu unrecht - sehr über einen kollegen ärgerte, der ziemlich aggressiv auf eine meinungsverschiedenheit reagiert hatte. sie hatte mich angesprochen, weil sie wusste, dass auch ich schon in ähnliche situationen mit eben diesem kollegen geraten war.
interessant fand ich nun folgendes:
ich hatte das aggressive verhalten in situationen, in welchen ihm ein mehr oder weniger sachlicher vorwurf gemacht wurde, als defensives verhalten gewertet und vermute - auch weiterhin - dass es vor allem mit einem seit (buchstäblich) jahren sehr hohen stresslevel (privat und/oder beruflich?) zusammenhängt, dass er auf kritik aggressiv abwehrend reagiert. ich hatte mir über den einfluss seiens und meiens geschelchts auf diese situationene niemals gedanken gemacht. irgednwie bin ichdarauf gar nciht gekommen.
die kollegin nun, die keineswegs ein "mäuschen" (mit gender-verfolgungswahn) ist, hatte nun in einem gewissen gegensatz dazu schnell die idee, dass das verhalten des kollegen eventuell auch (!) mit einem problem mit frauen zu tun haben könnte. das könnte schons ein, denke ich, aber im grudne habe ich (noch?) miene meineung dazu - einfach, weil ich darüber noch nie nachgedacht habe.
und das finde ich interessant an der sache: nicht, dass kollegen und kolleginnen in konflikte geraten, auch weil jeder eine bestimmte perspektive auf das jeweils andere geschecht hat, woraus - vermutlich zumeist unbewusst - bestimmte denk- und verhaltensmuster hervorgehen, verblüfft mich. das ist ja nun wirklich nichts neues.
verblüfft hat mich, dass ich selbst darüber nicht einmal ansatzweise nachgedacht hatte - also, dass besagter kollege eventuell auch deshalb so aggressiv auf mich und bestimmte verhaltensweisen, die ich an den tag lege, reagiert haben könnte, weil (!) ich eine frau bin... die sich eventuell nicht ganz seinen erwartungen entsprechend verhält (was die kollegin und ich möglicherweise bis zu einem gewissen grade gemeinsam haben).

warum komme ich auf so etwas nicht? (ob es nun sinnvoll, aussagekräftig, hilfreich ist oder nicht, soll einmal dahingestellt bleiben.) was sagt diese "nicht-inbetracht-ziehung" der geschlechterrollen über mich aus? eine oder mehrere überlegungen wert ist diese frage schon, finde ich. "faszinierend!", hätte mr spock vielleicht gesagt. ;-)
so sprach ich heute aufgrund eines konfliktfalles in der arbeit mit einer kollegin, die sich - auch meiner ansicht nach keineswegs zu unrecht - sehr über einen kollegen ärgerte, der ziemlich aggressiv auf eine meinungsverschiedenheit reagiert hatte. sie hatte mich angesprochen, weil sie wusste, dass auch ich schon in ähnliche situationen mit eben diesem kollegen geraten war.
interessant fand ich nun folgendes:
ich hatte das aggressive verhalten in situationen, in welchen ihm ein mehr oder weniger sachlicher vorwurf gemacht wurde, als defensives verhalten gewertet und vermute - auch weiterhin - dass es vor allem mit einem seit (buchstäblich) jahren sehr hohen stresslevel (privat und/oder beruflich?) zusammenhängt, dass er auf kritik aggressiv abwehrend reagiert. ich hatte mir über den einfluss seiens und meiens geschelchts auf diese situationene niemals gedanken gemacht. irgednwie bin ichdarauf gar nciht gekommen.
die kollegin nun, die keineswegs ein "mäuschen" (mit gender-verfolgungswahn) ist, hatte nun in einem gewissen gegensatz dazu schnell die idee, dass das verhalten des kollegen eventuell auch (!) mit einem problem mit frauen zu tun haben könnte. das könnte schons ein, denke ich, aber im grudne habe ich (noch?) miene meineung dazu - einfach, weil ich darüber noch nie nachgedacht habe.
und das finde ich interessant an der sache: nicht, dass kollegen und kolleginnen in konflikte geraten, auch weil jeder eine bestimmte perspektive auf das jeweils andere geschecht hat, woraus - vermutlich zumeist unbewusst - bestimmte denk- und verhaltensmuster hervorgehen, verblüfft mich. das ist ja nun wirklich nichts neues.
verblüfft hat mich, dass ich selbst darüber nicht einmal ansatzweise nachgedacht hatte - also, dass besagter kollege eventuell auch deshalb so aggressiv auf mich und bestimmte verhaltensweisen, die ich an den tag lege, reagiert haben könnte, weil (!) ich eine frau bin... die sich eventuell nicht ganz seinen erwartungen entsprechend verhält (was die kollegin und ich möglicherweise bis zu einem gewissen grade gemeinsam haben).

warum komme ich auf so etwas nicht? (ob es nun sinnvoll, aussagekräftig, hilfreich ist oder nicht, soll einmal dahingestellt bleiben.) was sagt diese "nicht-inbetracht-ziehung" der geschlechterrollen über mich aus? eine oder mehrere überlegungen wert ist diese frage schon, finde ich. "faszinierend!", hätte mr spock vielleicht gesagt. ;-)
Montag, 8. August 2011
der spieler
ein eintrag in einem anderen blog - diesem - über glück und hamster und irgendwie darüber, was das leben für jeden bereit hält, oder eben nicht, macht mich seit tagen nachdenklich. und da stolpere ich heute über einen ziemlich alten country-song, den ich aus meiner kindheit kenne, auch wenn ich mich an den text naürlich nicht erinnert habe. kenny rogers' "The Gambler".
(man mag über country denken, was man will - manchmal finden sich da weise worte...)
die beiden ausschnitte, über die es sich - meine ansicht nach - nachzudenken lohnt:
und der refrain:
ich finde, es ist sehr viel dran an dem gedanken, dass man einerseits lernen muss, im richtigen moment festzuhalten und im richtigen moment loszulassen. und vor allem daran, dass alles, was das leben einem bringt, fluch und geschenk ist. letztlich kommt es doch auf einen selbst an...
(man mag über country denken, was man will - manchmal finden sich da weise worte...)
die beiden ausschnitte, über die es sich - meine ansicht nach - nachzudenken lohnt:
Every gambler knows that the secret to survivin'
Is knowin' what to throw away and knowing what to keep
'Cause every hand's a winner and every hand's a loser
And the best that you can hope for is to die in your sleep
Is knowin' what to throw away and knowing what to keep
'Cause every hand's a winner and every hand's a loser
And the best that you can hope for is to die in your sleep
und der refrain:
You got to know when to hold 'em, know when to fold 'em
Know when to walk away and know when to run
You never count your money when you're sittin' at the table
There'll be time enough for countin' when the dealing's done
Know when to walk away and know when to run
You never count your money when you're sittin' at the table
There'll be time enough for countin' when the dealing's done
'cause: If you're gonna play the game, boy, you gotta learn to play it right
Montag, 1. August 2011
Balance
ein nicht allzu neuer gedanke dürfte sein, dass balance eine hilfreiche sache ist - beim (seil)tanzen, reiten, sport im allgemeinen, beim geradeaus laufen, klettern... und im leben. im innern also. die philosophie möchte - in (beinahe) jeder kultur, zu (beinahe) jeder zeit geist und körper in einen balancezustand - in einklang - bringen - die fernöstlichen kulturen noch durchgehender und konsequenter, aber auch "unsere" philosophie(n) hat/haben immer wieder nach so etwas ausschau gehalten, nach wegen gesucht.
angesichts eines ausgesprochen drastischen aus-dem-gleichgewicht-(da)seins fühlte sich meine philosophische ader offenbar dazu provoziert, sich darüber gedanken zu machen (und diese dann auch noch öffentlich zu äußern), was denn nun solch eine balance im leben, alltag, in seele und geist, sein könnte. entstanden ist eine ungeordnete liste, die gekürzt, erweitert, kommentiert werden möchte.
balance ist (?):
1. ausgeglichenheit.
2. gleichmut
3. gelassenheit
4. duldsamkeit
5. kämpfen
6. weitsicht
7. im augenblick leben
8. loslassen
9. bewegung
10. schwerpunkte legen
11. konzentration
12. zufriedenheit
wie nun all diese dinge/ideen/zustände zu erreichen wären, ist eine weitere und andere frage, die der antwort(en) harrt...
...und eventuell in zusammenhang gebracht werden könnte/möchte/sollte (?) mit einem anderen - auswärtigen - blogeintrag: nämlich diesem: "The Bucket List", zu finden auf:
http://www.was-treibt-anke-so.blogspot.com/
angesichts eines ausgesprochen drastischen aus-dem-gleichgewicht-(da)seins fühlte sich meine philosophische ader offenbar dazu provoziert, sich darüber gedanken zu machen (und diese dann auch noch öffentlich zu äußern), was denn nun solch eine balance im leben, alltag, in seele und geist, sein könnte. entstanden ist eine ungeordnete liste, die gekürzt, erweitert, kommentiert werden möchte.
balance ist (?):
1. ausgeglichenheit.
2. gleichmut
3. gelassenheit
4. duldsamkeit
5. kämpfen
6. weitsicht
7. im augenblick leben
8. loslassen
9. bewegung
10. schwerpunkte legen
11. konzentration
12. zufriedenheit
wie nun all diese dinge/ideen/zustände zu erreichen wären, ist eine weitere und andere frage, die der antwort(en) harrt...
...und eventuell in zusammenhang gebracht werden könnte/möchte/sollte (?) mit einem anderen - auswärtigen - blogeintrag: nämlich diesem: "The Bucket List", zu finden auf:
http://www.was-treibt-anke-so.blogspot.com/
Mittwoch, 6. Juli 2011
schönheit... oder: alles ist relativ?
ich weiß nicht so genau, wie ich gerade jetzt (oder wann immer) darauf komme - vielleicht einfach, weil man sich (oder nur ich? wohl kaum...) dann und wann gedanken macht über so - relative - themen wie schönheit?
schönheit mag immer...
im auge des betrachters liegen?
mit dessen gefühlen sehr viel zu tun haben?
ebenso mit den gefühlen, der stimmung, der inneren verfassung des betrachteten?
mit dem augenblick?
geschmacksache sein?
die alten griechen hielten schönheit für etwas absolutes - keineswegs für relativ also - und stehen damit mit ihrer auffassung in einem diametralen gegensatz zu unsere heutigen wahrnehmung. schönheit war mit tugend völlig unabdingbar verbunden. wer schön war, galt als tugendhaft. und umgekehrt. für uns ist das heute wohl kaum noch nachvollziehbar. denn...
schönheit ist vergänglich.
schönheit ist schöner schein.
schönheit und innere werte haben nichts miteinander zu tun.
würde man doch sagen, oder?
und dennoch haben es schöne menschen leichter in unserer gesellschaft, das hat irgend jemand mal bewiesen. weil wir sie für vertrauenswürdiger und leistungsfähiger halten als nicht so schöne menschen. und das, obwohl schönheit doch so relativ ist? seltsam...
naja, jedenfalls.
wie immer man sich selbst einordnet.
als schön.
als hübsch.
als attraktiv.
als akzeptabel.
als geschmacksache.
als gegenteil von all dem.
wovon hängt das ab?
wie uns die anderen sehen?
oder nicht?
schönheit mag immer...
im auge des betrachters liegen?
mit dessen gefühlen sehr viel zu tun haben?
ebenso mit den gefühlen, der stimmung, der inneren verfassung des betrachteten?
mit dem augenblick?
geschmacksache sein?
die alten griechen hielten schönheit für etwas absolutes - keineswegs für relativ also - und stehen damit mit ihrer auffassung in einem diametralen gegensatz zu unsere heutigen wahrnehmung. schönheit war mit tugend völlig unabdingbar verbunden. wer schön war, galt als tugendhaft. und umgekehrt. für uns ist das heute wohl kaum noch nachvollziehbar. denn...
schönheit ist vergänglich.
schönheit ist schöner schein.
schönheit und innere werte haben nichts miteinander zu tun.
würde man doch sagen, oder?
und dennoch haben es schöne menschen leichter in unserer gesellschaft, das hat irgend jemand mal bewiesen. weil wir sie für vertrauenswürdiger und leistungsfähiger halten als nicht so schöne menschen. und das, obwohl schönheit doch so relativ ist? seltsam...
naja, jedenfalls.
wie immer man sich selbst einordnet.
als schön.
als hübsch.
als attraktiv.
als akzeptabel.
als geschmacksache.
als gegenteil von all dem.
wovon hängt das ab?
wie uns die anderen sehen?
oder nicht?
Sonntag, 19. Juni 2011
ist der listige nordwind nie zufrieden?
warum nur, fragte ich mich von zeit zu zeit, ist es so, dass das leben zufriedenstellend sein kann, ohne einen aber je zur ruhe kommen zu lassen.
zufriedenheit im alltag, freude an den kleine dingen sei das ziel, denn das große glück sei auf dauer ohnehin unerträglich.
wer von freundlichen menschen in genügender zahl umgeben ist,
wer eine arbeit hat, die er liebt (oder die ihn wenigstens nicht aufreibt und völlig erschöpft),
wer keine materielle not leidet und genügend sicherheit findet,
wer freizeitbeschäftgungen hat, die ausgleich und vergnügen sind,
wer sinn im einen oder anderen sieht, das er tut,
wer sich intensiv mit dingen beschäftigt,
wer sich weiterzuentwickeln in der lage ist und gelegenheit bekommt,
wer ab und an neues in sein leben einlässt,
der sollte zufrieden sein können, manch einer philosophie zufolge sogar glücklich (was immer eine frage der begriffsdefinition ist).
warum also...
warum die unruhe im innern?
warum die lauernden zweifel?
warum die wanderlust?
warum die unsteten gedanken, die sehnsucht - unbestimmt zu zeiten - nach irgend etwas...?
ist es die ahnung der wahrheit in der aussage, es lebe nur wirklich, wer sich bewegt, wer im fluss bleibt?
aber gilt das wirklich für jeden?
ich habe zweifel daran.
eine antwort auf die frage nach der wahrheit habe ich noch nicht gefunden. werde ich es je? gibt es eine einzige antwort auf diese frage überhaupt?
oder gibt es zwei?
eine für die städter, die sesshaften, die felsen in der brandung.
eine für die flusspiraten, die zigeuner, die unsteten wanderer.
zufriedenheit im alltag, freude an den kleine dingen sei das ziel, denn das große glück sei auf dauer ohnehin unerträglich.
wer von freundlichen menschen in genügender zahl umgeben ist,
wer eine arbeit hat, die er liebt (oder die ihn wenigstens nicht aufreibt und völlig erschöpft),
wer keine materielle not leidet und genügend sicherheit findet,
wer freizeitbeschäftgungen hat, die ausgleich und vergnügen sind,
wer sinn im einen oder anderen sieht, das er tut,
wer sich intensiv mit dingen beschäftigt,
wer sich weiterzuentwickeln in der lage ist und gelegenheit bekommt,
wer ab und an neues in sein leben einlässt,
der sollte zufrieden sein können, manch einer philosophie zufolge sogar glücklich (was immer eine frage der begriffsdefinition ist).
warum also...
warum die unruhe im innern?
warum die lauernden zweifel?
warum die wanderlust?
warum die unsteten gedanken, die sehnsucht - unbestimmt zu zeiten - nach irgend etwas...?
ist es die ahnung der wahrheit in der aussage, es lebe nur wirklich, wer sich bewegt, wer im fluss bleibt?
aber gilt das wirklich für jeden?
ich habe zweifel daran.
eine antwort auf die frage nach der wahrheit habe ich noch nicht gefunden. werde ich es je? gibt es eine einzige antwort auf diese frage überhaupt?
oder gibt es zwei?
eine für die städter, die sesshaften, die felsen in der brandung.
eine für die flusspiraten, die zigeuner, die unsteten wanderer.
Freitag, 27. Mai 2011
das geheimnis eines langen glücklichen lebens
der titel eines "brigitte"-dossiers - das ich - zugebenermaßen - bisher nur halb gelesen habe...
(vermutlich bin ich zu sehr mit leben beschäftigt...ein leben, welches, einer zwischenüberschrift zufolge länger wirkt, wenn man abwechslung hat...)
als neue ratschläge werden am ende dieses artikels so wahnsinnig neue erkenntnisse propagiert, dass ich mir sehr sehr alt vorkomme, weil sie schlicht - nicht neu! - für mich sind.
(oder es liegt daran, dass ich seit jahren oberstufen-ethik unterrichte und da gibt's ein ganzes semester zum thema "glück"... da ist man gezwungen, sich mit solcherlei zeugs zu befassen... vielleicht macht mich das ja wahnsinnig up-to-date?)
beispiele:
- stress suchen (erfüllende arbeit macht glücklich)
- schwarz sehen (man wird öfter mal positiv überrascht, was glücklich macht)
- wechselnde partner (für frauen: männer sind glücklicher, wenn sie verheiratet sind. frauen brauchen gar keine männer...)
- nicht alles auf die leichte schulter nehmen (sachen ernst nehmen macht glücklich)
- weg mit der frühförderung (ach echt? - ne entspannte kindheit macht glücklich)
- sex allein reicht nicht (der eine oder andere orgasmus sollte schon dabei sein)
- lieben ist besser als geliebt werden (da kommt so viel nettes zurück...und das macht dann glücklich)
ich muss mich (vielleicht) entschuldigen, aber das ist doch absurd!
1. wie kann man lauter solche selbstverständlichkeiten überhaupt als neuigkeiten verkaufen und das wird dann auch noch geglaubt?
2. manches ist dermaßen offensichtlich, dass ich mich frage, wieso ich nicht ununterbrochen unerträglich glücklich bin.
3. am besten gefällt mir die studie zu verheirateten männern und single-frauen. männer sind glücklicher, wenn sie verheiratet sind, auch zum zweiten mal. bei frauen ist das nicht so. ich zitiere: "wichtig für frauen ist nicht die stabile paarbeziehung, sondern dinge zu haben, die einen glücklich machen."
aha. mir fehlen die worte.
(allein: wenn meine schüler in einer erörterung so argumentieren, steht am rand (in rot!): zusammenhang? logik?...)
ich überlasse das kommentieren dem geneigten leser und gehe ins kino - allein (siehe single-frauen) - um mir einen film anzusehen, in dem es - angeblich - um eine mysteriöse massenmörderin geht... oder sowas... könnte interessant werden... und glücklich machen? (je nachdem, wer umgebracht wird...)
(vermutlich bin ich zu sehr mit leben beschäftigt...ein leben, welches, einer zwischenüberschrift zufolge länger wirkt, wenn man abwechslung hat...)
als neue ratschläge werden am ende dieses artikels so wahnsinnig neue erkenntnisse propagiert, dass ich mir sehr sehr alt vorkomme, weil sie schlicht - nicht neu! - für mich sind.
(oder es liegt daran, dass ich seit jahren oberstufen-ethik unterrichte und da gibt's ein ganzes semester zum thema "glück"... da ist man gezwungen, sich mit solcherlei zeugs zu befassen... vielleicht macht mich das ja wahnsinnig up-to-date?)
beispiele:
- stress suchen (erfüllende arbeit macht glücklich)
- schwarz sehen (man wird öfter mal positiv überrascht, was glücklich macht)
- wechselnde partner (für frauen: männer sind glücklicher, wenn sie verheiratet sind. frauen brauchen gar keine männer...)
- nicht alles auf die leichte schulter nehmen (sachen ernst nehmen macht glücklich)
- weg mit der frühförderung (ach echt? - ne entspannte kindheit macht glücklich)
- sex allein reicht nicht (der eine oder andere orgasmus sollte schon dabei sein)
- lieben ist besser als geliebt werden (da kommt so viel nettes zurück...und das macht dann glücklich)
ich muss mich (vielleicht) entschuldigen, aber das ist doch absurd!
1. wie kann man lauter solche selbstverständlichkeiten überhaupt als neuigkeiten verkaufen und das wird dann auch noch geglaubt?
2. manches ist dermaßen offensichtlich, dass ich mich frage, wieso ich nicht ununterbrochen unerträglich glücklich bin.
3. am besten gefällt mir die studie zu verheirateten männern und single-frauen. männer sind glücklicher, wenn sie verheiratet sind, auch zum zweiten mal. bei frauen ist das nicht so. ich zitiere: "wichtig für frauen ist nicht die stabile paarbeziehung, sondern dinge zu haben, die einen glücklich machen."
aha. mir fehlen die worte.
(allein: wenn meine schüler in einer erörterung so argumentieren, steht am rand (in rot!): zusammenhang? logik?...)
ich überlasse das kommentieren dem geneigten leser und gehe ins kino - allein (siehe single-frauen) - um mir einen film anzusehen, in dem es - angeblich - um eine mysteriöse massenmörderin geht... oder sowas... könnte interessant werden... und glücklich machen? (je nachdem, wer umgebracht wird...)
Montag, 23. Mai 2011
klagemauer
eine freundin bat - offenbar angesichts einer sisyphosartigen wiederholung der typischen gemeinheiten des lebens - in ihrem blog darum, man möge ihr einfach ab und an sagen, dass alles wieder gut wird.
ich habe heute für eine kollegin 5 ethik-colloquien protokolliert und da tauchte wiederholt ein frage auf, die mir erstens kaum aus dem kopf geht - die antwort darauf, nicht die frage - und die hier zweitens vielleicht passt:
ist viktor frankl dem geneigten leser ein begriff? er - ein jude, der das kz überlebt aber seine ganze familie dort verloren hat - hat 3 hauptwege zum glück beschrieben:
der erste: erleben statt konsumieren: erlebe jeden tag als geschenk und erfreue dich an den schönen dingen.
der zweite: ein werk schaffen: bemühe dich um irgend etwas mit vollständiger hingabe, dann wirst du darin - egal wie unbedeutend das werk scheinen mag - glück finden.
der dritte: hinnehmen was nicht zu verhindern ist: aus allem schlimmen lässt sich eine positive perspektive herauslesen. konzentriere dich auf diesen blick, nicht auf das traurige, entsetzliche, schmerzliche. dann erhält das leben (wieder) einen sinn.
als beispiel zum besseren verständnis folgendes: man stelle sich die trauer im falle des todes einen teuren freundes vor. nun kann man in schmerz über den verlust versinken. man kann sich aber, nach einer gewissen zeit, vor augen führen, dass es nicht im sinne des freundes sein kann, wenn man allen sinn in seinem leben verlöre auf seinen tod hin. wenn man sich also bewusst macht, dass es der wunsch des freundes wäre, dass man selbst weiter lebt, dann ist es möglich, daraus dem eigenen leben wieder einen sinn zu geben.
gerade der dritte weg scheint mir der anspruchsvollste. beinahe vermessen klingt diese forderung. doch von jemandem, der seine mithäftlinge allein auf diese weise dazu gebracht hat, jeden tag neu zu überleben, in einer vollkommen unmenschlichen, vollkommen unterträglichen situation, der ihnen kraft und mut gegeben hat, die ausgereicht haben, jeden tag nicht zu sterben, von solch einem menschen - zu dem ich mit bewunderung aufblicke - und ich blicke zu wenigen auf - von solche einem menschen kann man vielleicht wirklich etwas lernen?
ich glaube, wenn wir auch nur winzige schritte auf diesen drei wegen zu gehen versuchen, dann wird zuletzt alles gut.
ich habe heute für eine kollegin 5 ethik-colloquien protokolliert und da tauchte wiederholt ein frage auf, die mir erstens kaum aus dem kopf geht - die antwort darauf, nicht die frage - und die hier zweitens vielleicht passt:
ist viktor frankl dem geneigten leser ein begriff? er - ein jude, der das kz überlebt aber seine ganze familie dort verloren hat - hat 3 hauptwege zum glück beschrieben:
der erste: erleben statt konsumieren: erlebe jeden tag als geschenk und erfreue dich an den schönen dingen.
der zweite: ein werk schaffen: bemühe dich um irgend etwas mit vollständiger hingabe, dann wirst du darin - egal wie unbedeutend das werk scheinen mag - glück finden.
der dritte: hinnehmen was nicht zu verhindern ist: aus allem schlimmen lässt sich eine positive perspektive herauslesen. konzentriere dich auf diesen blick, nicht auf das traurige, entsetzliche, schmerzliche. dann erhält das leben (wieder) einen sinn.
als beispiel zum besseren verständnis folgendes: man stelle sich die trauer im falle des todes einen teuren freundes vor. nun kann man in schmerz über den verlust versinken. man kann sich aber, nach einer gewissen zeit, vor augen führen, dass es nicht im sinne des freundes sein kann, wenn man allen sinn in seinem leben verlöre auf seinen tod hin. wenn man sich also bewusst macht, dass es der wunsch des freundes wäre, dass man selbst weiter lebt, dann ist es möglich, daraus dem eigenen leben wieder einen sinn zu geben.
gerade der dritte weg scheint mir der anspruchsvollste. beinahe vermessen klingt diese forderung. doch von jemandem, der seine mithäftlinge allein auf diese weise dazu gebracht hat, jeden tag neu zu überleben, in einer vollkommen unmenschlichen, vollkommen unterträglichen situation, der ihnen kraft und mut gegeben hat, die ausgereicht haben, jeden tag nicht zu sterben, von solch einem menschen - zu dem ich mit bewunderung aufblicke - und ich blicke zu wenigen auf - von solche einem menschen kann man vielleicht wirklich etwas lernen?
ich glaube, wenn wir auch nur winzige schritte auf diesen drei wegen zu gehen versuchen, dann wird zuletzt alles gut.
Mittwoch, 27. April 2011
mythos faszination
warum sind leute von dingen fasziniert die sie - wenn sie sie endlich besitzen - abstoßend finden?
eigentlich hat sich der gedanke breit gemacht nicht so sehr aufgrund faszinierend-abstoßender dinge, vielmehr weil ich zu beobachten glaube, dass menschen sich von eigenschaften angezogen fühlen, bei anderen menschen versteht sich, die sie im endeffekt nicht ertragen.
gewissermaßen nach dem motto: prinzessin verliebt sich in straßenräuber (...ein übrigens erstaunlich beliebtes literarisches motiv, in scheußlichster reinform nachzulesen zum beispiel in der 'gothic novel' "the mysteries of udolpho", einem der sterbenslangweiligsten bücher, die ich je gelesen habe...).

gegensätze mögen sich anziehen, happy ends produzieren solche kombinationen selten (... wenn überhaupt je...) - das wusste schon die alten römer... ach ne, das waren die alten weisen, die das ganze per märchen in die welt setzten. (jaja, manch eine märchenmoral mag zutiefst unmoralisch sein, diese hier aber ist - meiner ansicht nach - nur zu wahr.
also sollten wir doch auf den prinzen auf dem weißen pferd warten, selbst wenn die jack sparrows dieser welt viel faszinierender sind.
oder was?
eigentlich hat sich der gedanke breit gemacht nicht so sehr aufgrund faszinierend-abstoßender dinge, vielmehr weil ich zu beobachten glaube, dass menschen sich von eigenschaften angezogen fühlen, bei anderen menschen versteht sich, die sie im endeffekt nicht ertragen.
gewissermaßen nach dem motto: prinzessin verliebt sich in straßenräuber (...ein übrigens erstaunlich beliebtes literarisches motiv, in scheußlichster reinform nachzulesen zum beispiel in der 'gothic novel' "the mysteries of udolpho", einem der sterbenslangweiligsten bücher, die ich je gelesen habe...).

gegensätze mögen sich anziehen, happy ends produzieren solche kombinationen selten (... wenn überhaupt je...) - das wusste schon die alten römer... ach ne, das waren die alten weisen, die das ganze per märchen in die welt setzten. (jaja, manch eine märchenmoral mag zutiefst unmoralisch sein, diese hier aber ist - meiner ansicht nach - nur zu wahr.
also sollten wir doch auf den prinzen auf dem weißen pferd warten, selbst wenn die jack sparrows dieser welt viel faszinierender sind.
oder was?
rechtfertigungsversuch II
die soeben in schneller folge veröffentlichten drei gedankensammlungen sind natürlich nicht innerhalb der letzten halben stunde entstanden (wobei das kopieren ansich nervenaufreibend kompliziert war... ), sondern entstammen einem anderen - privaten - sammelsurium...
und damit nicht nur ich hier zu wort komme, und weil meine gedankenergüsse oft so zeitraubend lang sind, zitiere ich hier zur erfrischung, anregung, einleitung und als rechtfertigung II für dererlei überhaupt, in aller prägnanz und kürze einen (noch^^) nicht allzu bekannten jung-philosophen - zum thema "mensch":
niemand ist aus versehen immer ein arschloch.
na dann: viel spaß...
und damit nicht nur ich hier zu wort komme, und weil meine gedankenergüsse oft so zeitraubend lang sind, zitiere ich hier zur erfrischung, anregung, einleitung und als rechtfertigung II für dererlei überhaupt, in aller prägnanz und kürze einen (noch^^) nicht allzu bekannten jung-philosophen - zum thema "mensch":
niemand ist aus versehen immer ein arschloch.
na dann: viel spaß...
väter und söhne
ich dachte immer, die beziehung zwischen müttern und töchtern sei das ungefähr komplizierteste auf der welt... offenbar sind wir frauen aber doch nicht allein im minenfeld unterwegs...
mütter und töchter konkurrieren - wohl nicht unbedingt freudianisch um den vater, aber sicher um die kinder... erfahre ich im freundeskreis. vor allem aber ums recht haben, dinge besser verstehen, sich sensibler einfühlen können. mütter und töchter kommunizieren miteinander aneinander vorbei. mütter und töchter behaupten, den anderen immer besser zu verstehen, als der sie und als der, respektive die, andere sich selbst - selbstredend... vielleicht auch um die qualitäten als hausfrau und köchin? unmodern, aber immer noch wahr? über geschmack, einrichtung, ordnung, unordnung, gesundheit, schönheit - man kann sich über fast alles in die haare kriegen... nein, nicht man(N), mütter und töchter können das. scheußlich ist das manchmal, überflüssig meist, nervenaufreibend immer. aber es gehört wohl dazu - zum sozialen wesen "mensch", zum sozialsystem "menschheit"...
was hat es nun aber mit vätern und söhnen auf sich?
(als tochter macht man sich da naturgemäß kaum je gedanken... liest mal ein buch darüber, vorzugsweise einen roman aus dem beginnenden 20. jahrhundert - und wundert sich gehörig... legt ihn weg und denk nicht mehr großartig darüber nach... bis man freunde mit kindern hat oder freunde mit vätern...)
väter und söhne - so hat die recherche ergeben - konkurrieren. um alles. wirklich alles! auf allen erdenklichen gebieten...
kraft
intelligenz
frauen
erfolg
jagdtrophäen (ja, das totschießen von tieren ist gemeint, die anderen jagdtrophäen stehen zwei zeilen weiter oben...)
geld
wissen
macht
einfluss
attraktivität
aufmerksamkeit
.
.
.
was ist hier los?
ich bin für mich zu dem schluss gekommen, dass das alles in der ursprünglichen lebensweise des menschen seinen sinn hatte - konkurrenz macht stark und leistungsfähig, mutig und durchsetzungsvermögend. der junge hirsch/hengst/wolf... braucht all das zum überleben - also legt er sich mit seinem vater an. der vater stellt sich dem kampf, fordert ihn sogar heraus - und sichert damit letztlich das überleben seiner eigenen gene - in seinem sohn und dessen nachkommen. so weit, so gut. punkt ist nur - naturgemäß bekämpfen sich väter und söhne einmal so richtig, und dann zieht jeder seiner wege. man begegnet sich nicht mehr - mehr schaden kann also kaum angerichtet werden außer den paar narben aus dem initiationskampf.
wir aber leben in einer welt, die ein lebenslanges zusammenbleiben der familien nahezu einfordert. man kehrt seiner ursprungsfamilie nicht einfach so den rücken, sobald man die 14 überschritten hat. geht nich, is nich...
die folge ist nun in entsetzlich vielen fällen - muss ich feststellen, seitdem ich über sowas nachdenke - dass die konkurriererei ein leben lang anhält. und das - so denke ich - kann nicht gesund sein.
das gezänk der mütter und töchter mag die optimale versorgung der nachkommenschaft gesichert haben (gut-besser - bessergehtsnicht), hielt sich aber wohl auch in der steinzeit in einem rahmen, in dem man trotzdem gemeinsam die kinder und kindeskinder aufziehen konnte, ohne einander die schädel zu spalten.
väter und söhne hingegen hätten sich - damals - sehr wohl dieselbigen zerschlagen, wären sie im selben territorium geblieben (siehe tierreich!). jetzt zwingt man sie dazu - genau das zu tun... das territorium zu teilen. meiner ansicht nach ist das eine sehr schlechte idee - eine art irrtum der zivilisation.
da es nun aber so ist, wie es ist - welche fazit ziehe ich persönlich?
dieses:
liebe väter,
passt euch den modernen lebensumständen an - auch wenn's schwer fällt - legt das tigerfell und dem holzknüppel ab, macht euch bewusst, dass es heutzutage andere wege gibt, ja geben muss, eure söhne stark und überlebensfähig zu machen, als sie ständig zum kampf herauszufordern. denn wer sich nicht entwickelt, der kommt in seiner eigenen geschichte um. irgendwann - so der ihm nicht ausweicht bzw. ausweichen kann - wird der junge wolf den alten besiegen, der junge dem alten hengst die knochen brechen und sich seiner herde bemächtigen.
wenn es euch nicht gelingt, euch mit hilfe eures verstandes aus der steinzeit in die jetztzeit zu bewegen, dann werdet ihr eure söhne entweder verlieren oder sie werden euch zerstören (und dabei leider auch zugrunde gehen, weil die sogenannte zivilisation für solche "urigen" auseinandersetzungen kaum arenen bietet...). macht es anders. macht es besser. denkt. und macht es, so gut ihr könnt. bitte!
war es nicht iräneus eibl-eibesfeldt, der behauptete, der mensch sei in wirklichkeit nie von den bäume herunter gekommen? mag sein... aber er kann, wenn er will - sei er männlich oder weiblich. wenn er, der mensch, seinen verstand benutzt, wer weiß, vielleicht kommt er dann doch irgendwann im hier und jetzt - in der kulturell geprägten zivilisation - an?
und dann wird es - so glaube ich - eine große zahl zerbrochener seelen weniger geben.
ob ich allerdings daran glauben darf, dass es dem menschen gelingen kann, die bäume zu verlassen, bevor er es schafft, die erde in die luft zu sprengen? ich habe ernste zweifel... aber wie heißt es so schön?
die hoffnung stirbt zuletzt...
(vor allem für einzelfälle...)
mütter und töchter konkurrieren - wohl nicht unbedingt freudianisch um den vater, aber sicher um die kinder... erfahre ich im freundeskreis. vor allem aber ums recht haben, dinge besser verstehen, sich sensibler einfühlen können. mütter und töchter kommunizieren miteinander aneinander vorbei. mütter und töchter behaupten, den anderen immer besser zu verstehen, als der sie und als der, respektive die, andere sich selbst - selbstredend... vielleicht auch um die qualitäten als hausfrau und köchin? unmodern, aber immer noch wahr? über geschmack, einrichtung, ordnung, unordnung, gesundheit, schönheit - man kann sich über fast alles in die haare kriegen... nein, nicht man(N), mütter und töchter können das. scheußlich ist das manchmal, überflüssig meist, nervenaufreibend immer. aber es gehört wohl dazu - zum sozialen wesen "mensch", zum sozialsystem "menschheit"...
was hat es nun aber mit vätern und söhnen auf sich?
(als tochter macht man sich da naturgemäß kaum je gedanken... liest mal ein buch darüber, vorzugsweise einen roman aus dem beginnenden 20. jahrhundert - und wundert sich gehörig... legt ihn weg und denk nicht mehr großartig darüber nach... bis man freunde mit kindern hat oder freunde mit vätern...)
väter und söhne - so hat die recherche ergeben - konkurrieren. um alles. wirklich alles! auf allen erdenklichen gebieten...
kraft
intelligenz
frauen
erfolg
jagdtrophäen (ja, das totschießen von tieren ist gemeint, die anderen jagdtrophäen stehen zwei zeilen weiter oben...)
geld
wissen
macht
einfluss
attraktivität
aufmerksamkeit
.
.
.
was ist hier los?
ich bin für mich zu dem schluss gekommen, dass das alles in der ursprünglichen lebensweise des menschen seinen sinn hatte - konkurrenz macht stark und leistungsfähig, mutig und durchsetzungsvermögend. der junge hirsch/hengst/wolf... braucht all das zum überleben - also legt er sich mit seinem vater an. der vater stellt sich dem kampf, fordert ihn sogar heraus - und sichert damit letztlich das überleben seiner eigenen gene - in seinem sohn und dessen nachkommen. so weit, so gut. punkt ist nur - naturgemäß bekämpfen sich väter und söhne einmal so richtig, und dann zieht jeder seiner wege. man begegnet sich nicht mehr - mehr schaden kann also kaum angerichtet werden außer den paar narben aus dem initiationskampf.
wir aber leben in einer welt, die ein lebenslanges zusammenbleiben der familien nahezu einfordert. man kehrt seiner ursprungsfamilie nicht einfach so den rücken, sobald man die 14 überschritten hat. geht nich, is nich...
die folge ist nun in entsetzlich vielen fällen - muss ich feststellen, seitdem ich über sowas nachdenke - dass die konkurriererei ein leben lang anhält. und das - so denke ich - kann nicht gesund sein.
das gezänk der mütter und töchter mag die optimale versorgung der nachkommenschaft gesichert haben (gut-besser - bessergehtsnicht), hielt sich aber wohl auch in der steinzeit in einem rahmen, in dem man trotzdem gemeinsam die kinder und kindeskinder aufziehen konnte, ohne einander die schädel zu spalten.
väter und söhne hingegen hätten sich - damals - sehr wohl dieselbigen zerschlagen, wären sie im selben territorium geblieben (siehe tierreich!). jetzt zwingt man sie dazu - genau das zu tun... das territorium zu teilen. meiner ansicht nach ist das eine sehr schlechte idee - eine art irrtum der zivilisation.
da es nun aber so ist, wie es ist - welche fazit ziehe ich persönlich?
dieses:
liebe väter,
passt euch den modernen lebensumständen an - auch wenn's schwer fällt - legt das tigerfell und dem holzknüppel ab, macht euch bewusst, dass es heutzutage andere wege gibt, ja geben muss, eure söhne stark und überlebensfähig zu machen, als sie ständig zum kampf herauszufordern. denn wer sich nicht entwickelt, der kommt in seiner eigenen geschichte um. irgendwann - so der ihm nicht ausweicht bzw. ausweichen kann - wird der junge wolf den alten besiegen, der junge dem alten hengst die knochen brechen und sich seiner herde bemächtigen.
wenn es euch nicht gelingt, euch mit hilfe eures verstandes aus der steinzeit in die jetztzeit zu bewegen, dann werdet ihr eure söhne entweder verlieren oder sie werden euch zerstören (und dabei leider auch zugrunde gehen, weil die sogenannte zivilisation für solche "urigen" auseinandersetzungen kaum arenen bietet...). macht es anders. macht es besser. denkt. und macht es, so gut ihr könnt. bitte!
war es nicht iräneus eibl-eibesfeldt, der behauptete, der mensch sei in wirklichkeit nie von den bäume herunter gekommen? mag sein... aber er kann, wenn er will - sei er männlich oder weiblich. wenn er, der mensch, seinen verstand benutzt, wer weiß, vielleicht kommt er dann doch irgendwann im hier und jetzt - in der kulturell geprägten zivilisation - an?
und dann wird es - so glaube ich - eine große zahl zerbrochener seelen weniger geben.
ob ich allerdings daran glauben darf, dass es dem menschen gelingen kann, die bäume zu verlassen, bevor er es schafft, die erde in die luft zu sprengen? ich habe ernste zweifel... aber wie heißt es so schön?
die hoffnung stirbt zuletzt...
(vor allem für einzelfälle...)
erwachsen werden: una corrida de toros

sich selbst finden.
wie geht das eigentlich?
denken wir uns tatsächlich alle unsere werte, ideal und wege selber aus?
das bezweifle ich - vor allem, da ich ja von heranwachsenende - also genau jenen, die sich gerade mitten in dieser schrecklich schwierigen, anstregenden, verwirrenden lebensphase finden - umgeben bin: beruflich. und privat auch oft.
immer wieder finde ich mich da in augenblicken des erstaunens wieder:
was ist denn jetzt wieder los?
was soll denn das nun heißen?
wie kommt man denn bloß auf sowas?
in einem moment himmelhochjauchzend, im nächsten verwirrt und unglücklich? daran erinnern wir uns sicher alle ohne schwierigkeiten als typisches merkmal des erwachsenwerdens.
aber:
fasziniert von den ach so durchdachten meinungen der menschen, die wir - irgendwie - bewundern, die man als seine eigenen wiederzuerkennen glaubt und dann unhinterfragt einfach übernimmt, aber nicht umsetzen kann, weil sie eben nicht wirklich die eigenen sind, auch wenn man davon zutiefst überzeugt ist?
menschen verändern wollen, weil sie dem idealbild - das man sich doch so mühsam ausgedacht hat - einfach nicht entsprechen?
lebensmodelle, die man als positiv empfindet, so zu idealisieren, dass von deren wirklichkeit kaum mehr etwas übrig bleibt, wodurch sie letztlich natürlich als vorbild nicht mehr funktionieren, aber das merkt man nicht?
regeln für das leben im duzend (er)finden, proklamieren und dann nicht einhalten - und das unbewusst, denn man ist doch wirklich zutiefst überzeugt von all dem?
das eine sagen, das gegenteil tun?
jene mit füßen treten, die wir lieben - damit sie uns zeigen, dass sie uns trotzdem lieben; jene, die wir nicht mögen, aber mit rücksicht behandeln, weil wir von denen ja keinen beweis ihrer bedingungslosen zuneigung brauchen?
all das klingt dumm. ist es aber nicht. es ist völlig normal. und entsetzlich anstrengend, schmerzlich, verwirrend, wütend machend, achterbahn - für alle beteiligten.
und ich bin überzeugt: wenn wir - die wir diese (meiner ansicht nach) schwierigste phase im leben glücklicherweise hinter uns haben (und dennoch sind wir immer wieder auch noch verwirrt, unglücklich, unsicher und wütend) - ganz ehrlich mit uns und unserer vergangenheit sind, dann finden wir uns in einigen dieser "idiotischen" verhaltens- und denkweisen wieder. und vielleicht - ja hoffentlich - hilft uns das dabei, jenen mit genügend zartgefühl und geduld zu begegnen, die uns bis zur weißglut reizen mit diesem irrsinn, traurig machen und manchmal verzweifelt, weil ihnen nicht zu helfen ist - denn was ist sturer, engstirniger, verletzter und wahnsinniger als ein teenager?
höchstens ein spanischer stier - kurz vor dem ende des kampfes...
teufel - by nature?
ich mag kinder*. nein ehrlich! ich mag kinder!
aber nicht 30 auf einem haufen, im schulgang, alle unter 1,40m, kreischend, prügelnd, schupsend, drängelnd, pöbelnd, überheblich, nicht in der lage, zu verstehen, ohne die geringste wahrnehmung für die folgen der eigenen handlungen.
wenn ein 14-jähriger mist baut, dann weiß er's.
wenn ich einem 14-jährigen - in welcher laustärke auch immer - erkläre, dass irgend etwas so nicht geht, dann sehe ich in seinem/ihrem gesicht eine art erkenntnis. die mag dann in widerwillen, protest, wut, was auch immer, umschlagen, oft aber auch in einsicht, wenigstens die bereitschaft zu versuchen zu verstehen, warum
"die frau da so wütend ist".
wenn ich einem 10-jährigen erklären möchte, dass es eventuell nicht besonders witzig ist, wenn vier gegen einen den einen in die ecke bei den schließfächern hinter der garderobe quetschen und es eventuell auch fragwürdig ist, töne auszustoßen, die sowohl in lautstärke als auch frequenz jede lärmschutzregelung verhöhnen, dann sehe ich in seinem/ihrem gesicht
leere
fassungslosigkeit
unverständnis
desinteresse
wenn's hoch kommt die frage:
"warum schreit die böse schwarze frau denn so?"
was ist da los?
was passiert mit den kindern dieser generation?
sind "unsere" kinder geborene teufel?
warum scheinen sie so sehr außer stande, die grenzen eines anderen - sei er erwachsen oder selber kind - zu erkennen?
weil wir tanzen - wir eltern, erzieher, erwachsenen.
ums kind wie ums goldene kalb.
und zugleich sei das jüdische lied vom kalb auf dem wagen in erinnerung gerufen.
das kalb als bild für das hilflos gefangene wesen ohne eigenen willen, ohne freiheit.
kinder ohne grenzen - das ist bekannt - kennen keine grenzen, weder die eigenen noch die anderer.
kinder ohne freiheit kennen ihre eigenen grenzen auch nicht, denn sie haben ja nie die chance, sie zu erreichen.
und wer die eigenen grenzen nicht kennt, erkennt auch die anderer nicht.
bestimmt ist es unendlich schwer, den mittleren weg zu finden und zu gehen.
kaum etwas - so denke ich - ist so wertvoll wie die bemühung, den kindern grenzen und freiheit zu geben.
wurzeln UND flügel.
i don't think they are devils by nature, it don't think they have to be angels.
but please, give them the chance to be - just human!
* "kind": def. 4-12-jähriges exemplar der spezies "mensch"
aber nicht 30 auf einem haufen, im schulgang, alle unter 1,40m, kreischend, prügelnd, schupsend, drängelnd, pöbelnd, überheblich, nicht in der lage, zu verstehen, ohne die geringste wahrnehmung für die folgen der eigenen handlungen.
wenn ein 14-jähriger mist baut, dann weiß er's.
wenn ich einem 14-jährigen - in welcher laustärke auch immer - erkläre, dass irgend etwas so nicht geht, dann sehe ich in seinem/ihrem gesicht eine art erkenntnis. die mag dann in widerwillen, protest, wut, was auch immer, umschlagen, oft aber auch in einsicht, wenigstens die bereitschaft zu versuchen zu verstehen, warum
"die frau da so wütend ist".
wenn ich einem 10-jährigen erklären möchte, dass es eventuell nicht besonders witzig ist, wenn vier gegen einen den einen in die ecke bei den schließfächern hinter der garderobe quetschen und es eventuell auch fragwürdig ist, töne auszustoßen, die sowohl in lautstärke als auch frequenz jede lärmschutzregelung verhöhnen, dann sehe ich in seinem/ihrem gesicht
leere
fassungslosigkeit
unverständnis
desinteresse
wenn's hoch kommt die frage:
"warum schreit die böse schwarze frau denn so?"
was ist da los?
was passiert mit den kindern dieser generation?
sind "unsere" kinder geborene teufel?
warum scheinen sie so sehr außer stande, die grenzen eines anderen - sei er erwachsen oder selber kind - zu erkennen?
weil wir tanzen - wir eltern, erzieher, erwachsenen.
ums kind wie ums goldene kalb.
und zugleich sei das jüdische lied vom kalb auf dem wagen in erinnerung gerufen.
das kalb als bild für das hilflos gefangene wesen ohne eigenen willen, ohne freiheit.
kinder ohne grenzen - das ist bekannt - kennen keine grenzen, weder die eigenen noch die anderer.
kinder ohne freiheit kennen ihre eigenen grenzen auch nicht, denn sie haben ja nie die chance, sie zu erreichen.
und wer die eigenen grenzen nicht kennt, erkennt auch die anderer nicht.
bestimmt ist es unendlich schwer, den mittleren weg zu finden und zu gehen.
kaum etwas - so denke ich - ist so wertvoll wie die bemühung, den kindern grenzen und freiheit zu geben.
wurzeln UND flügel.
i don't think they are devils by nature, it don't think they have to be angels.
but please, give them the chance to be - just human!
* "kind": def. 4-12-jähriges exemplar der spezies "mensch"
Sonntag, 24. April 2011
ein rechtfertigungsversuch
beginnt konsequenterweise mit einem widerspruch... oder?
"education is an admirable thing, but it is well to remember from time to time that nothing that is worth knowing can be taught."- spricht, nein, sprach oscar wilde.
...but one should talk about those things from time to time, anyway... möchte ich hinzufügen.
rechtfertigung, teil I:
anderenfalls wäre es ein völlig sinnentfremdetes unterfangen, sich die mühe zu machen, die eigenen gedanken zu dingen, die man selbst für irgendwie relevant hält - über die auswahl dererlei dinge ist immer zu streiten, weshalb es sich wohl kaum lohnt, damit anzufangen, mit dem streiten, meine ich - öffentlich kund zu tun. unter anderem in der hoffung, andere menschen zum denken zu animieren, oder doch wenigstens dazu, ihre - wiederum hoffentlich eigenen (auch dazu hatte herr wilde übrigens etwas anzumerken...) - gedanken, ebenfalls offenzulegen.
rechtfertigung, teil II:
inzwischen hat die autorin dieses (hoffentlich irgendwann einmal umfangreichen und umfangreich kommentierten) sammelsuriums, ein alter erreicht, in welchem man sich üblicherweise illusionen der weltverbesserung nicht mehr hingibt - zugegebenermaßen hat sie offiziell diese anflüge von idealismus bereits kurz nach der pubertät (besser: dem überlebt-haben derselben) abgelegt - aber ... nun ja... nachdenken darf man über möglicherweise existente möglichkeiten, die welt - unter gewissen umständen - für kurze augenblicke, in den entlegendsten winkeln, in einen ein bisschen weniger miserbalen ort zu verwandeln - hoffe ich?
rechtfertigung, teil III:
ich bin zweckoptimistischer pessimist.
dies müsste ansich allein als rechtfertigung des unterfangens, die welt zu verbessern, genügen. oder nicht? :-)
p.s. um den widerspruch vom anfang aufzu(er)klären:
well... I am professionally involved in education... or so they say...
Abonnieren
Posts (Atom)
